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Zu Besuch bei MV Agusta

Meccanica Verghera Agusta – kurz, MV Agusta. Dieser Name ist legendär und erweckt Bilder von schnellen, unglaublich gut aussehenden Motorrädern im Kopf. Die Geschichte der ruhmreichen Marke ist facetten- und umfangreich. Seit 70 Jahren ist der Name MV Agusta mit der italienischen Leidenschaft für rasante Fahrzeuge verbunden, dabei begann die Geschichte eigentlich bereits Ende der 20er Jahre, als beim italienischen Flugzeughersteller die ersten Motorräder produziert wurden. Im Jahre 1945 wurde daraus die eigenständige Marke MV Agusta gegründet.

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Bis 1980 schrieb man bei MV Agusta Motorsportgeschichte und legte so den Grundstein für den legendären Ruf der Marke aus Varese. Leider reichten die zahllosen Erfolge nicht aus, um MV Agusta über Wasser zu halten und so fanden die zumeist roten Renner aus Norditalien vorerst ein jähes Ende. Die fazinierenden Erfolge und Geschichten blieben jedoch in den Köpfen derer, die sich an Motorrädern nicht satt sehen, hören oder fahren können. Die 38 Fahrer- und 37 Konstrukteurs-Weltmeistertitel in den ersten 35 Jahren der Marke hatten daran zweifellos großen Anteil.

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Anfang der 90er Jahre sollte MV Agusta wie der Vogel Phönix aus der Asche aufsteigen. Die Castiglioni-Gruppe kaufte die Rechte der Marke auf und begann mit der sorgfältig geplanten Wiederbelebung. In den 70er Jahren waren die italienischen Motorräder vor allem für ihre Vierzylinder-Motoren berühmt und so begann man damit, einen neuen 750 cm³-Reihenvierzylinder zu entwickeln, der die Basis für den Neuanfang sein sollte.

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Am 28. Juli 1997 wurde die Marke aus ihrem scheinbaren Schlaf gerissen – die MV Agusta F4 wurde angekündigt. Ein Motorrad, das laut Claudio Castiglioni nicht weniger sein sollte, als ein absolutes Meisterstück in jeglicher Hinsicht. Wegweisend, revolutionär und absolut begehrenswert. Der eigens entwickelte Motor hatte eine ganz eigene DNA bekommen, denn hierfür wurden die Motorenexperten aus Maranello mit an Bord geholt. Italienischer konnte man ein Motorrad nicht machen. Rot und Silber lackiert stand die MV Agusta F4 da und war bereit, der Welt zu beweisen, dass die Geschichte noch längst nicht zu Ende erzählt war.

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Seither hat sich die MV Agusta Familie vergrößert. Jede einzelne Maschine, egal ob Vier- oder Dreizylinder, ist eine waschechte MV Agusta. Die Manufaktur in Varese ist ein ganz besonderer Ort mit einer wirklich eigenen Energie. Alles wirkt ruhig, gelassen und doch ist man überall äußerst geschäftig. Jeder der hier arbeitet lebt für die Marke und bringt einen Teil von sich ein. Ein paar wenige automatisierte Arbeitsschritte haben in den historischen Hallen längst Einzug gehalten, der größte Teil der Arbeit ist jedoch manuell und so bekommt jedes Motorrad seinen ganz persönlichen Geist eingehaucht.

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Wenn man den ersten Fuß auf das Firmengelände setzt, bekommt man dieses unbeschreibliche Gefühl, etwas wirkliches Großes zu erleben und mit jedem weiteren Schritt bestätigt sich dieses Gefühl. Jeder Quadratmeter verströmt seine Geschichte und zwischen den vielen fertigen und halbfertigen Maschinen aus der aktuellen Produktion finden sich hier und da Spuren von damals. Trophäen behängte Rennmaschinen aus der Vergangenheit stehen neben streng geheimen Modelle für die Zukunft und man kann sich gar nicht entscheiden, welche MV Agusta man denn nun am liebsten heimlich mit nach Hause nehmen möchte.

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Es ist wirklich wunderbar zu sehen, dass die legendäre Marke nicht nur wegen ihres Namens wiederbelebt wurde. Es geht hier jeden Tag aufs Neue darum, der großen Legende gerecht zu werden und außergewöhnliche Maschine voller Leidenschaft, Power und Geschichte auf die Räder zu stellen. Dafür sorgt auch Giovanni Castiglioni, der Sohn des einstigen Marken-Retters Claudio Castiglioni mit absoluter Hingabe. Er setzt die Vision seines Vaters erfolgreich fort und führt MV Agusta mit sicherer Hand in eine noch grandiosere Zukunft.

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Fotos: Heldth


Mit freundlicher Unterstützung von MV Agusta.