1

Erfahrung – Can-Am Spyder F3

Der? Die? Das? Wie lautet eigentlich der richtige bestimmte Artikel für dieses Fahrzeug? Einigen wir uns auf der Can-Am Spyder F3, denn das Dreirad ist ein überraschend maskulines Teil, dass es tatsächlich schafft, selbst einem Zweifler ein Grinsen ins Gesicht zu schieben.

Das Thermometer zeigt knapp 20°C, die Sonne gibt alles und die geplante Strecke sieht vielversprechend aus. Hervorragende Voraussetzungen, um sich dem Spyder F3 anzunähern und herauszufinden, ob man wirklich ein Fahrzeug benötigt, dass zwischen Auto und Motorrad platziert ist. Der Rotax Dreizylinder verspricht 115 PS und 130 Nm Drehmoment. Bei einem Fahrzeuggewicht von unter 400 Kilogramm klingt das durchaus nach Potenzial für jede Menge Fahrspaß.

Ein kurzer Druck auf den Startknopf bringt die erste Überraschung, kernig grollt der Dreizylinder durch den breiten Endschalldämpfer. Die Fahrphysik des Spyders entspricht mehr oder weniger der von Autos, damit hat man als Autofahrer so gut wie keine Problem beim Umsteigen. Auch Motorradfahrer arrangieren sich damit ziemlich schnell. Can-Am ist darauf bedacht, mit dem Spyder ein möglichst sicheres Fahrerlebnis zu ermöglichen, dementsprechend leicht lässt sich das Dreirad pilotieren. Aufsteigen und losfahren reicht aus, nach ein paar Minuten sitzen die nötigen Bewegungen und man kann damit beginnen einfach zu fahren.

Die Kraftentfaltung des Spyder F3 ist großartig. Kurz am Gas drehen und dröhnend schießt das dreirädrige Ungetüm nach vorn. Die relaxte Sitzposition passt perfekt und man hat nicht das Gefühl, sich übermäßig festhalten zu müssen, wenn man die Beschleunigung in vollen Zügen genießt. Die Aerodynamik ist angenehm, man spürt die offene Fahrt, der Fahrtwind drückt aber nicht unangenehm. Das würde sich auf dem kraftvollen Cruiser auch seltsam und verkehrt anfühlen.

Wenn man bremst, geht die Wirkung auf alle Räder. Satte Drifts sind mit dem Spyder F3 also nicht so ohne weiteres möglich. Nun, eigentlich sind Drifts gar nicht möglich, wenn man nicht zufällig mit dem Hinterrad auf losem oder rutschigen Untergrund ist, während man am Gas reisst. Denn bei Can-Am geht es vor allem um ein sicheres Fahrerlebnis, dementsprechend greift das ESP sehr früh ein. Wenn man davon träumt, im 45° Winkel um die nächste Haarnadelkurve zu wedeln, ist der Spyder in keiner seiner verschiedenen Ausbauformen die richtige Wahl. Das heisst jedoch nicht, dass Kurven keinen Spaß machen können. Immerhin kann man versuchen, die Fahrdynamik so weit auszureizen, dass die elektronischen Helfer noch nicht in Alarmbereitschaft gehen und tatsächlich gibt es da einen gewissen Grenzbereich.

Nach zweihundertirgendwas Kilometern ist der Spaß vorbei. Ein paar wirklich fantastische Serpentinen, ein bisschen unaufregende Autobahn, enge und breite Landstraßen, einzig ein Punkt fehlte auf der Liste. Denn mit dem Spyder F3 kann man ein Burnout machen, ohne dass das ESP gleich eingreift. Behauptet man zumindest bei Can-Am, ausprobieren war nämlich nicht erlaubt.

Der Can-Am Spyder F3 ist wirklich cooler als erwartet. Das Ding macht wirklich Spaß und man kann an der Ampel nicht damit umkippen. Dafür wird man aber immerhin nass wenn es regnet. Ist halt ein Fahrzeug zwischen Auto und Motorrad.

Fotos: Heldth


Mit freundlicher Unterstützung von BRP.

Für unser Online Magazin setzen wir Cookies ein. Durch die Benutzung dieser Webseite, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen