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Pure&Crafted – 8 Fragen an BERHAM Customs

Das Pure&Crafted Festival steht vor der Tür. Am 28. und 29. August wird der Postbahnhof in Berlin von lauten Gitarren und noch lauteren Motoren erschüttert. Wir haben uns mit Martien Delfgaauw von BERHAM Customs getroffen und ihm ein paar Fragen zum Festival und seiner Arbeit gestellt.

Wie bist Du dazu gekommen Motorräder umzubauen?

Los ging’s mit 15 und einer alten 50er Vespa. Die sollte anfangs nur schneller werden, dann schnell auch schöner. Aus der 50er wurde eine 200er, bald kam mit einer Moto Guzzi T5 das erste Motorrad dazu. Für Originalzustand konnte ich mich von Anfang an nicht begeistern. Und in meinem Bekanntenkreis ging es etlichen Leuten genauso. So kam es zu den ersten kleinen Auftragsarbeiten. Anfangs in der elterlichen Garage, nachdem ich da rausgeflogen war, zog ich zu einem Bauern, der über dem Schweinestall eine kleine Wohnung frei hatte. Keine Heizung, kein Warmwasser, dafür aber komplette Narrenfreiheit. So wurde meine erste eigene Wohnung zur ersten eigenen Werkstatt.

Was denkst Du, wie sich diese neue Entwicklung der Custom Bikes weiterentwickeln wird?

Der Hype wird in 5 bis 6 Jahren abklingen, die meisten werden weiterziehen und die nächste Welle reiten, einige werden bleiben. Die nämlich, die der Virus chronisch erwischt hat. Mehr und mehr Leute werden sich auch an moderne Motorräder wagen, die einem das Leben als Customizer aufgrund all der Elektronik und dem meist nicht allzu ausgeprägten Charakter ja deutlich schwerer machen. In jedem Fall wird eine Szene entstanden sein abseits von BadBoy-Gehabe, Markendünkel und Kleingeistigkeit. Darüber freue ich mich sehr.

Du wirst auch auf dem Pure&Crafted Festival anzutreffen sein. Was wirst Du vor Ort machen?

Entspannt abhängen, Cuba Libre trinken und über Motorräder und Mucke quatschen. Wir haben ein 25qm-Zelt, in dem wir zwei oder drei Motorräder ausstellen und einige individuelle Teile sowie Shirts und Caps anbieten.

Worauf freust Du Dich am meisten beim Pure&Craft Festival?

Auf eine spannende Mischung aus Musik und Motorrad. In Deutschland ist diese Kombi ja etwas Neues. Auf klassischen „Biker-Veranstaltungen“ bin ich deshalb auch nie. Entweder finde ich da die Musik scheiße, oder die Szene, die dort vertreten ist. Meist aber beides. Beim Pure&Crafted ist es anders: Hammer Line Up und jede Menge Menschen, denen es im Bezug auf Motorradszene genauso geht. Ich werde eine Menge alter und neuer Freunde treffen und dabei großartige Musik hören. Perfekt.

Was verbindet Dich mit der Idee dieses Festivals?

Die Begeisterung für handgemachten Schrabbelrock. Für Handwerkskunst. Für das Echte, Substantielle, Wertige. Ich bin kein Freund der „Mehr-mehr-Kultur“. „Länger-besser“ ist eher mein Ding. Das macht auch den Geist der Veranstaltung aus, denke ich.

Bei welcher Band wird man Dich definitiv ganz vorn vor der Bühne treffen?

Ich hoffe bei keiner. Denn das hieße, dass keine Sau bei unserem Stand vorbei schaut und wir deshalb den Laden zu gemacht haben. Im Ernst: bei den Blood Red Shoes werde ich mich vielleicht schon mal davon schleichen. Und dass Hives und Refused ein Knaller sind, ist ja eh klar.

Was fährst Du eigentlich selbst für ein Motorrad?

Einen 50er-Jahre Triumph-Bobber, eine BMW R100/7, eine 53er-Vespa. Und weil die drei massiv umgebaut sind, hab ich noch eine mild getunte 200er Vespa für den Alltag. Das ist der schnellste Weg durch die Stadt, und weil sie wie Schrott aussieht, muss ich mir keine Sorgen machen, dass sie geklaut wird.

Welche essentiellen Dinge sollte man bei einem solchen Festival als Besucher dabei haben

Zigaretten und Kohle. Hast du beides ausreichend, wird’s dir an nichts fehlen.

Fotos: Dawin Meckel

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