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Sie spielen um zu gewinnen

Er hat Ferrari schon einmal blamiert. Und er soll es wiederholen. Der Ford GT. Ein Auto frei von jedem Schnörkel, so pur und fokussiert, das man es kaum fassen kann. Alles für den einen Zweck: maximale Performance.

Sie haben ihn im Geheimen gebaut, im Keller. Ein handverlesenes Team, mit echten Schlüsseln für die schweren Türen, an Stelle der sonst im Detroiter Headquarter verwendeten RFID-Karten. Sie haben ihn am Wochenende vor die Tür gerollt, wenn sie die Wirkung des Sonnenlichts auf die Form testen mussten. Sie arbeiteten verdeckt im Windkanal. Selbstredend hunderte Stunden an Strömungssimulationen, Fahrwerksberechnungen und der Applikation des Motors.

Herausgekommen ist ein Auto, das dem Rennwagen weit näher ist, als einem Straßenauto. Die Fahrgastzelle schmiegt sich eng an den Motor, die Carbon-Karosserie spannt sich tailliert um das Triebwerk und die hinteren Räder stehen praktisch frei, abgedeckt nur von einem zarten Kotflügel. Dazu die Luftleitelemente, die vom Dach kommend den Fahrtwind in Richtung des aktiven Heckspoilers bündeln – eine Radikalität der Form, wie sie nur die absolute Unterordnung der aerodynamischen Effizienz erwirken kann.

Und dennoch: der neue Ford GT ist seinen Vorfahren wie aus dem Gesicht geschnitten. Es ist nicht zu glauben, wie er seine Konzentriertheit nur aus ganz besonderen Blickwinkeln preisgibt. Dazu kommen die Details wie die skulpturalen Luftaustrittsdüsen hinter den Rückleuchten. Hier atmet der 3.5 Liter V6-EcoBoost aus, wenn Du vom Gas gehst. Ja, richtig gehört: V6!

Ford ist selbstbewusst und schwört in der neuen Performance-Line dem V8 beinahe gänzlich ab. Mit über 600PS aus dem Sechszylinder dürfte der Verlust aber zu verschmerzen sein. Zumal der GT mit seinem Kohlefaser-Monocoque und einem extremen Leichtbau für Fahrleistungen sorgen wird, die den Großen der Supersport-Branche das Fürchten lehrt.

Denn sie spielen nicht bloß zum Spaß. Sie spielen um zu gewinnen.

Fotos: Teymur Madjderey für Heldth
Text: Fabian Mechtel

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