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Durchgehört: Die 3 besten Alben des Monats (#003)

Manches muss man nehmen, wie es kommt. Das Wetter zum Beispiel. Und während wir alle artig dafür die Daumen drücken, dass uns der Herbst noch einen freundlichen Spätsommer schenkt, ist eines sicher: Musik muss niemand nehmen, wie sie kommt. Dafür gibt es schließlich diesen monatlichen 3er-Albentipp über Musik, die in den vergangenen Wochen auf den Markt geworfen wurde. Doch genug geschwafelt.

Wenn vier Jungs aus Freising (Bayern, natürlich) englischsprachige Musik machen und die großartig britpoppig klingt, dann sollte man sich Zeit nehmen und der Jugend eine Chance geben. Monday Tramps heißt die Band, von der hier die Rede ist; deren aktuelles Album When Days Turned Hollow. Das Großartige an den 42 Minuten, mit denen uns die Monday Tramps durch den Herbst begleiten: Obwohl es nicht an Beatles-, Arctic Monkey-, Kooks- oder Oasis-Momenten fehlt, bringen die Freunde des guten alten 60er Jahre Rock’n’Rolls genügend eigene DNS in ihren elf Songs unter. When Days Turnes Hollow ist ein phänomenal gutes Debüt, mit treibenden Gitarren, bombastisch-guten Hooks und einem Sänger, dessen kratzige Stimme sich tadellos in die gesamte Instrumentalisierung fügt. Dieses Album hat sogar die Energie, uns durch einen beschissenen Herbst zu retten – versprochen.

Die Frau, um die es nun gehen soll, wollte unbedingt Ruhe haben, um an neuen Songs zu schreiben. Also reiste sie nach Dänemark, zog sich zurück in die Einöde, komponierte und machte sich mit dem dort entstandenen Material weiter auf ihrem Weg zu einem perfekten Album. Nächste Station: Kalifornien. Dort angekommen standen erst mal Partys auf der Tages-, nein, besser Nachtordnung. Mit dem dabei erworbenen Gespür für das, was musiktechnisch gerade angesagt ist und einer ungeheuer großen Experimentierfreude kehrte Lys Lys zurück nach Hause – Hamburg. Dort schrieb sie ihre Popsongs fertig, mit denen Fans von Robyn, Ellie Goulding und Kylie Minogue jede Menge anfangen dürften. Scandifornia heißt das elf Songs lange Album, auf dem es vor elektronischem Gewabber und Geblubber nur so wimmelt. Einprägsam-clevere Melodien hat es aber auch vorzuweisen.

An ihm wird in diesem Herbst ohnehin niemand vorbeikommen – Ryan Adams. Sein neues Album 1989 ist derzeit in aller Munde. Nicht nur weil die darauf enthaltenen Songs durchweg brillant sind, sondern auch weil sie alle eine besondere Frischzellenkur durch den US-Rocker erfahren haben. 1989 – so heißt auch das aktuelle Album von Popstar Taylor Swift, die damit Ende vergangenen Jahres einen neuen persönlichen Erfolg verbuchen konnte. Viel Lob gab es für die darauf enthaltenen Popsongs und das überragende Songwriting von Swift. Auch Adams teilt diese Meinung. Er hält die Songs sogar für so gut, dass er sie in seinen Genres interpretiert: Rock, Country und Folk. Komplett neu arrangiert hat er sie dafür und sie so zu großartigen Rocksongs umfunktioniert, mit denen er einem seiner Idole huldigen will: Bruce Springsteen, im Besonderen dessen Album Nebraska. Vor kurzem ist Adams 1989-Version auf Spotify und als Download auf allen bekannten Portalen erschienen. Im November folgt die physische Veröffentlichung (CD und Vinyl). Wem in diesem Herbst beim morgendlichen U-Bahn-Warten zu kalt sein sollte, hat in diesem Album einen wunderbaren Herzwärmer gefunden.

Text: Ronny Janke
Fotos und Videos: Monday Tramps, Freibank, Sony Music, Comedy Central

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