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Journey to Jura – Inselgeschichten

Die Geschichte von Jura war schon immer sehr bewegt und sie reicht bis zurück zur Ära der Wikinger. Maßgeblich war jedoch das Wirken der Campbells, die die Insel 1607 kauften. Sie bewirtschafteten das Eiland auf eine damals übliche Weise. Die Inselbewohner bekamen ein kleines Stück Land zur Verfügung gestellt, um dort zu leben. Im Gegenzug mussten sie Frondienste ableisten und die Güter der Campbells bewirtschaften. Diese Herrschaft hielt etwas mehr als 300 Jahre an und endete mit einer Prophezeiung, die von einer Seherin im frühen 18. Jahrhundert ausgesprochen wurde. Sie sagte voraus, dass die Zeit der Campbells enden würden, wenn das letzten Familienmitglied, ein Einäugiger, die Insel verlässt und sein ganzes Hab und Gut auf einem Karren Platz findet. 1938 erfüllte sich diese Prophezeiung, als Charles Campbell, seit dem Ersten Weltkrieg auf einem Auge blind, die Insel mit der Fähre verließ. All sein Besitz passte auf einen Pferdekarren. Heute ist die Insel in sieben Güter aufgeteilt, die unterschiedlichen Familien gehören und bewirtschaftet werden.

Auf dieser wunderbaren Insel gibt es eine Menge Geschichten. Einige reichen viele hundert Jahre zurück, andere sind nur ein paar Jahre alt. Natürlich gibt es auch eine Menge Geistergeschichten, nicht nur in der Jura Lodge spukt es. So gibt es beispielsweise ein Geisterauto, das nachts über die enge Inselstraße fährt. Sein Lichtkegel wurde schon von vielen Gästen und Einwohnern gesehen, aber es verschwindet einfach irgendwann im Nichts und kommt einem nie wirklich entgegen. Eine andere Geschichte handelt von einem jungen Mann, der vom Strand her kommt und in Richtung Craighouse läuft. Wer er ist, weiß niemand mehr so genau, aber dass auch er schon von vielen gesehen wurde und ebenfalls jedes Mal verschwindet ohne irgendwo anzukommen, das bestätigen einem hier fast alle. Eine schottische Insel ohne Gruselgeschichten wäre aber auch irgendwie nicht komplett.

Alex, der Mann, der die Inselrundfahrten anbietet, hat viele der Geschichten zusammengetragen und erzählt diese gern immer und immer wieder. Egal ob auf seinen Touren oder wenn man ihn abends im Pub trifft. Er weiß aber auch die neueren Geschichten zu erzählen. Wie die, von der Suche nach einem neuen Inselarzt. Der alte Arzt war alt und wollte sich zur Ruhe setzen und so begann die Verwaltung nach einem neuen Arzt zu suchen. Da angeblich kein neuer Arzt gefunden werden konnte, sollten die Inselbewohner in Zukunft nach Islay fahren, wenn es um ihre Gesundheit ging. Gerade im Winter gibt es aber Tage, an denen die kleine Fähre schlichtweg nicht übersetzten kann, weil die Strömung zu stark ist. Dementsprechend groß war die Empörung auf Jura. Man setzte die Verwaltung unter Druck und bestand darauf selbst einen neuen Arzt zu suchen. Mit dem Budget von 2.000 Pfund wurde eine Webseite gebaut, die die Insel vorstellte und um einen neuen Arzt warb. Diese Aktion machte schnell die Runde in den Medien und landete letztendlich sogar in den Nachrichten der BBC. Mehrere hundert Bewerbungen gingen ein und so wurde der neue Arzt der Insel plötzlich doch ganz einfach gefunden. Es braucht halt Leidenschaft und Liebe für diesen besonderen Flecken Erde.

Es ist ziemlich leicht, sein Herz an die Insel zu verlieren. Ihr rauer Charme und die wunderbare Natur sind das, was man mit bloßem Auge sehen kann. Dieses ganz besondere Gefühl, das die Insel ausstrahlt, muss man einfach selbst erleben. Eine Journey to Jura kann ja schließlich jeder machen.

Irgendwann hat jede Reise ein Ende und so packen wir unsere Taschen, füllen die Flachmänner auf und schließen die Tür der Jura Lodge hinter uns. Danke Jura, wir kommen wieder. Ganz sicher!

Alle Fotos der Journey to Jura finden Sie auf unserer Facebook Seite.

Fotos: Tim Adler für Heldth


Mit freundlicher Unterstützung von Jura Whisky.
Gefördert von Triumph Motorräder, Pike Brothers, Bell Helmets, Trakke.

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