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Zu Besuch bei Jura Whisky

Die Insel Jura gehört zu den Inneren Hebriden, hier leben circa 200 Menschen und 5.000 Hirsche und Rehe. Die Whisky Destillerie steht in Craighouse, der größten Siedlung auf Jura. Wenn man in den Ort kommt, steht der große weiße Gebäudekomplex mit den schwarzen Dächern auf der linken Straßenseite, rechter Hand erstreckt sich beinahe direkt das kalte Wasser des Meeres.

Nachdem 1781 ein Dekret den Inselbewohnern verbot, ihren eigenen Whisky zuhause zu brennen, wurde die Destillerie 1810 in Betrieb genommen. Die Familie Campbell hatte die Wirtschaft der Insel fest im Griff und somit auch die Kontrolle über die Produktion des Whiskys auf der schottischen Insel. Anfang des letzte Jahrhunderts wurde die Destillerie dann stillgelegt. Das Dach wurde abgedeckt, denn ein britisches Gesetzt sagt, dass Bauten ohne Dach keine Gebäude sind und somit auch keine Steuern dafür zu zahlen sind. Entsprechend ungemütlich und wenig einladend wirkte Craighouse zu dieser Zeit. Bis Robin Fletcher and Tony Riley-Smith in den 1960er Jahren beschlossen, die Destillerie zu altem Glanz zurück zu führen.

1963 war der Wiederaufbau abgeschlossen und die Jura Destillerie erhielt ihr heutiges Aussehen. Wunderschöne, viel größere Pot Stills sollten in Zukunft für den legendären Ruf des Single Malt sorgen und die Produktion wurde auf Stückzahlen ausgelegt, die nicht nur den Bedarf der Inselbewohner deckte.

Heute werden vier Standard Versionen des Jura Whiskys gebrannt. Origin ist ein zehn Jahre alter, leicht torfig schmeckender Scotch, der einen hervorragenden Einstieg in die Welt von Jura bietet. Das Aroma der Eichenfässer vermischt sich hier mit Honig, Karamell und einem Hauch Lakritz. Diurach’s Own, ein vierzehn Jahre alter Single Malt, ist angeblich die bevorzugte Sorte der Inselbewohner. Nachdem er erst in Weißeiche-Fässern reift, verbringt er abschließend zwei Jahre in Fässern, die ehemals für die Reifung von Amoroso-Oloroso-Sherry genutzt wurden. Das Ergebnis ist eine harmonische Komposition aus dunkler Schokolade, Orange und Honig. Superstition ist 21 Jahre alt und verbindet einen leicht torfigen Charakter mit Honig- und Piniennoten, die von Meersalz und Gewürzen begleitet werden. Prophecy komplettiert das Quartett. Sein Name kommt von einer Weissagung, nach der die mit harter Hand regierende Familie Campbell eines Tages alles verlieren würde und der letzte der Campbells, ein Einäugiger, sein Hab und Gut auf einen kleinen Karren, der von einem weißen Pferd gezogen wird, laden würde, um die Insel zu verlassen. 1938 verließ Charles Campbell, der ein Auge im Krieg verloren hatte, die Insel. Sein ganzer Besitz passte auf eine kleine Pferdekutsche, die von einem Schimmel gezogen wurde. So wie die Prophezeiung es vorausgesagt hatte. Der torfigste der vier Whiskys vereint frischen Zimt und würzige Meeresgischt in seinem Geschmack, ein echtes Erlebnis.

Die Jura Destillerie hat die zweithöchsten Pot Stills in Schottland. Das ist einer der Hauptgründe, warum der Whisky hier besonders weich im Geschmack ist. Denn so können nur die wirklich feinen Geschmäcker destilliert werden. Das Können von drei wahren Whisky Experten ist aber ebenfalls maßgeblich für de Geschmack der Jura Whiskys. Willie Tait, Willie Cochrane und Richard Patterson haben die wunderbaren Single Malts mit viel Hingabe und Sorgfalt komponiert. Die Wahl der richtigen Fässer ist schließlich entscheidend für den finalen Geschmack.

Das Inselklima mit seiner herben Seeluft hat großen Einfluss auf die Entwicklung des Geschmacks. Jeder der Whiskys hat eine Salznote, mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt. Es gehört halt nicht nur das Wissen über den Vorgang des Destillierens und die Wahl der richtigen Fässer dazu. Auch der Ort, an dem die Destillerie steht, ist eine wichtige Komponente bei der Entwicklung des Geschmacks. Und einen schöneren Ort als die Insel Jura findet man garantiert nicht so schnell wieder.

Fotos: Tim Adler für Heldth


Mit freundlicher Unterstützung von Jura Whisky.

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