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RS / Richtig schnell

Es ist noch sehr früh. Eigentlich sogar ein bisschen zu früh, aber manchmal gibt es einfach verdammt gute Gründe ein Flugzeug im Morgengrauen zu besteigen. 350 PS, Allradantrieb, Launch Control und ein Driftmodus – der neue Ford Focus RS ist zweifelsfrei ein solcher Grund, um mit dem Sonnenaufgang in Richtung Valencia zu fliegen.

Da steht das kleine Biest. Selbst das dezente Grau Metallic vermag dem Wagen nicht seinen Matchbox-Charakter zu nehmen. Riesige Öffnungen in der tiefgezogenen Stoßstange, ausladende Radhäuser und Schweller, faustgroße Auspuffrohre und ein Dachspoiler, der aus wirklich jedem Winkel über dem Wagen thront – ein dezenter Auftritt geht anders, aber das ist auch gar nicht die Intention des RS. Schließlich reiht sich dieses Modell in eine jahrzehntelange Serie von kraftstrotzenden Autos, die schon früheren Generationen die Hände feucht werden ließen.

Der Druck auf den Startknopf bestätigt akustisch, was die Optik verspricht. Es ist ein angenehm unanständiges Grollen, dem man gern noch ein paar zusätzliche Tritte auf das Gaspedal spendiert, ehe man losfährt. Schon auf den ersten Metern stellt sich ein zufriedenes Grinsen ein. Das Arrangement aus Geräuschkulisse und Vortrieb ist wirklich verdammt sexy. So sexy wie ein Sneaker auf Rädern halt sein kann, denn der RS kann wirklich viel, aber keine Eleganz. Das macht jedoch absolut gar nichts, für diese Aufgabe gibt es genügend Alternativen. Der Stadtverkehr fühlt sich schnell nach einem Videospiel an und es kostet wirklich viel Disziplin, nicht an jeder Ampel mit der Launch Control zu starten.

Der Weg zum Circuit Ricardo Tormo ist definitiv viel zu kurz geraten, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Schließlich kann man es auf einer Rennstrecke richtig krachen lassen und hierher gehört der RS in regelmäßigen Abständen. Irgendwie muss der Motor ja auch mal kräftig durchgeblasen werden, damit keins der 350 Pferde an Langeweile stirbt. Ein kurzes Fahrerbriefing und schon geht es auf die Rennstrecke. Vier Kilometer und vierzehn verlockende  Kurven, Gott ist das ein großartiger Spaß. Vor allem, wenn man keine Rücksicht auf die Reifen nehmen muss.

Es folgt eine Demonstration des Driftmodus, einer der vier serienmäßigen Fahreinstellungen. Natürlich könnte man jetzt darüber lamentieren, dass ein richtiges Auto auch ohne passendes Fahrprogramm quer fahren können muss. Wenn man sich mal für ein paar Augenblicke mit den Sicherheitsvorgaben der EU beschäftigt, werden die Hürden schnell klar. Kurzum, danke für diesen Knopf! Der Demonstration folgt die eigene Erfahrung, spätestens jetzt fehlt der dritte Arm für die passenden Bilder. Aber ja, der Wagen geht quer, ganz hervorragend und mit einem bisschen Übung sogar äußerst präzise. So wird Tokyo Drift in Kürze vermutlich durch Bochum Drift, Esslingen Drift oder Lübeck Drift abgelöst.

Der Ford Focus RS ist ein fantastisches kleines Biest. Bissig und aggressiv, die Kontrolle behält man aber trotzdem jederzeit. Die krawallige Optik ist natürlich Geschmackssache, aber Hand aufs Herz, es gibt Tage an denen hat man einfach Lust aud T-Shirt und Turnschuhe. Ist doch gar nicht so schlecht, wenn dann in der Garage auch das passende Auto dafür stehen hat.

Noch mehr Fotos und Videos von und mit dem Ford Focus RS finden Sie auf unserer Facebook Seite.

Übrigens haben wir auch noch ein 360° Video von einer Runde mit Ben Collins, der von 2003 bis 2010 als The Stig bei Top Gear im weißen Anzug steckte, auf unserem YouTube Kanal und auf unserer Facebook Seite für Sie.

Fotos: Heldth


Mit freundlicher Unterstützung von Ford.

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