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Besser offen

Vergeblich müht sich die frühe Aprilsonne, die so herrlich über das Mittelmeer auf das Grand Hôtel du Cap Ferrat scheint, darum den grauen Lack des großen Mercedes Cabriolets auszuleuchten. Doch der matte designo-Sonderlack absorbiert die Sonnenstrahlen in bester stealth-fighter-Manier.

Einzig die verchromten AMG-Schriftzüge glitzern in der Sonne, als kleine, dezente Insignien der Macht. Denn auf der Hotelvorfahrt steht das neue Mercedes-AMG S63 4Matic Cabriolet. Bereit mit uns ein Wochenende an der Côte D’Azur und in den Seealpen zu verbringen.

Schon der Kaltstart macht klar, dass das Cabriolet – übrigens die erste offene S-Klasse seit 1971 – nicht bloß ein Boulevard-Cruiser ist. Böse bellt der große Biturbo-V8 aus den vier schwarzen Rohren, verfällt in einen tief grummelnden Leerlauf und schüttelt sich bei jedem zarten Gasstoß so, wie es nur die richtig potenten Triebwerke können. Doch sein akustisches Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr: Mit 585PS und 900Nm ist der 5.5 Liter-Motor über die meisten Zweifel erhaben. In 3.9 Sekunden reißt es den mächtigen offenen AMG auf 100km/h, die Begrenzung bei 250km/h kommt jäh und mit einer Vehemenz, dass du gerne daran glaubst, wie er auch offen die 300er-Marke knacken möchte.

Im Innenraum ist es dabei ganz ruhig, viel Mühe haben sie in das Aeroakustik-Konzept gesteckt, verteilen den Wind mit einer ausfahrbahren Aircap an der Windschutzscheibe und einem elektrischen Windschott geschickt an den Insassen vorbei – statt einer steifen Brise ist es selbst bei hohem Tempo beinahe windstill im S-Cabriolet.

Wer das Dach schließt, der wird es überhaupt schwer haben zu erkennen, dass er in einem Cabrio sitzt. Mehrere Lagen hat das Akustikverdeck, geschäumte, abgeschirmte und dazu doppelt verglaste Scheiben mit speziellen Dichtungen, damit ja kein Störgeräusch von außen die Stille trübt.

Nur: es sperrt eben auch den Motor so ein bisschen aus. Und wofür ein Cabriolet kaufen, wenn man das Dach schließt? Eben. Deshalb: auf damit, das Getriebe in Sport-Stellung, damit die Auspuffklappen geöffnet werden und der AMG ohne Umwege satt klingend ausatmen kann und rauf in die Berge.

Auf dem Weg zum Col de Braus liegt der schwere AMG unerschütterlich, feuert krachend aus den Ecken und ist auch in den engeren Sektionen von großer Freude. Die Zeiten, in denen die schnellen Benze nur geradeaus konnten, sind wirklich vorbei. Natürlich musst du dich ein bisschen überwinden 187.484 Euro auf der letzten Rille in die Kurven zu werfen, doch das S63 AMG Cabriolet gibt dir wirklich viel zurück. Mehr als das Coupé – wenn du das Dach offen lässt.

Fotos: Andreas Lindlahr/Fabian Mechtel für Heldth


Mit freundlicher Unterstützung von Mercedes-Benz.

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