1

Road Trippin‘

Durch das gekippte Fenster des Hotelzimmers hört man das Geschrei der Möwen, sie ziehen bereits ihre Kreise über dem Strand von Brighton und streiten sich über die Fast Food Reste, die von den Partykids in der letzten Nacht im feuchten Sand liegen gelassen wurden. Der Wind jagt graue Wolken über einen noch graueren Himmel und der Montagsverkehr schiebt sich verschlafen über die Marine Parade. Das berühmte Brighton Pier sieht in diesem matschigen Tageslicht wenig spektakulär und einladend aus. Und doch gibt es da draußen einen Lichtblick.

Die markanten Linien des Camaro werden durch die Lackierung in Summit White perfekt betont, nichts lenkt von der schieren Kraft ab, die unter der muskelbepackten Karosserie nur darauf wartet entfesselt zu werden. Unter der Haube versteckt sich ein standesgemäßer Achtzylinder, der seine Power vornehmlich durch wütendes Gebrüll zum Ausdruck bringt. Ziemlich praktisch, dass der Wagen heute noch in Paris gebraucht wird, so stehen über 500 Kilometer Strecke auf dem Plan. Höchste Zeit das Baby zu wecken.

Die Fahrertür fällt satt ins Schloss. Das Image der billigen Amis mit ordentlich Bums ist zweifellos Geschichte. In Inneren des fahrenden Stormtrooper Helms – und das ist wahrlich als Kompliment gemeint – kann man es definitiv sehr gut aushalten. Zündung ein. Erst einmal alle Einstellungen auf volle Performance drehen, es geht schließlich um artgerechte Haltung eines Muscle Cars. VROOOOM! Kurz nachzählen ob alle 453 Pferde da sind und los. Das Lenkrad und die Fahrbahn sind links, eine Kombination die nur bedingt cool ist. Ehe wir die Insel jedoch mit maximalem Schub hinter uns lassen, gewöhnen wir uns noch kurz aneinander. Ein paar rasche Drehungen am Lenkrad, ein beherzter Tritt auf die Pedale – Begeisterung. Die sechste Generation des Camaro ist eine absolute Fahrmaschine, die viel mehr kann als auf schnurgeraden Highways zu cruisen. Jeremy Clarkson würde nun sein breitestes Grinsen aufsetzen und „POOOWER“ brüllen. Vollgas und runter von der Insel.

Ein schneller Wagen braucht eine schnelle Möglichkeit auf das Festland zu kommen, mit dem Eurostar dauert es gerade mal 35 Minutenvon Folkstone nach Coquelles, länger muss man in der Sardinenbüchse aber auch wirklich nicht bleiben, es gibt schließlich nichts zu sehen und den Motor muss man auch ausmachen. Das Gefühl aus dem Film „Italian Job“ hält auch nicht lange an, vermutlich weil im Kofferraum keine Goldbarren liegen. Aber irgendwas ist ja immer.

Die französische Autobahn ist ungefähr genau so spannend, wie das Finale der FIFA EM 2016. Es wird höchste Zeit für ein paar Kurven und Hügel, Blinker rechts und raus. Gott, dieser Wagen macht einen mordsmäßigen Spaß. Jede Kurve lässt sich präzise nehmen, es ist immer ausreichend Kraftreserve vorhanden und das Grinsen reicht locker von Ohr zu Ohr. Dabei ist der Camaro aber ein echter Gentleman-Wagen. Er kann unglaublich agil und nervös sein, sobald sich der Fahrer aber entspannt, wird aus dem grollenden, Asphalt fressenden Monster ein perfekter Cruiser, der einen ohne Hektik von A nach B bringt. Spotify an, die passende Playlist auswählen und schon geht es auch ohne Prollerei.

Eventuell fiel die gültige Höchstgeschwindigkeit hier und da kurzzeitig einem schweren rechten Fuss zum Opfer. Vielleicht wurden die hinteren Reifen versehentlich durch den beherzten Einsatz von Bremse und Gaspedal reibungsoptimiert. Mag sein, dass es Kurven in der Picardie gibt, die durch zwei schwarze Streifen markiert wurden. Es könnte sogar sein, dass es in den Kreisverkehren rund um den Flughafen Charles de Gaulle immer mal nach Gummi gerochen hat. Aber wir haben uns immer an die geltenden Verkehrsregeln gehalten, wirklich.

Die ganze, überaus spaßige Fahrerei hat aber auch einen wirklichen Nachteil, man vergisst wirklich schnell ein paar passende Fotos zu machen. Aber im Grunde sollte sich sowieso jeder selbst mal hinter das Steuer des Camaro setzen und sich selbst ein Bild davon machen, wie elegant und absolut zeitgemäß man einen scheinbaren automobilen Dinosaurier in die Gegenwart transferieren kann.

Fotos: Heldth


Mit freundlicher Unterstützung von Chevrolet Europe.

Für unser Online Magazin setzen wir Cookies ein. Durch die Benutzung dieser Webseite, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen