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Almost Fourty – Wenn man aus seinen Schuhen herauswächst

Schuhe sind ein Thema, dem sich die Gesellschaft nicht so einfach entziehen kann. Das innige Verhältnis der meisten Frauen zu Schuhen kann und will ich hier gar nicht ausführen, dafür sollte irgendwann mal eine Dame die passenden Wort finden. Aber auch für uns Männer sind Schuhe durchaus ein wichtiger Aspekt. Zum einen, weil sehr viele Menschen nämlich recht genau darauf achten, was das Gegenüber am Fuß trägt und daraus Rückschlüsse zieht, zum anderen weil man beinahe den ganzen Tag in diesen Dingern steckt, sie also sowohl bequem, als auch stilistisch passend sein sollten.

Irgendwie bin ich diesem ganzen Sneakerding entwachsen, zumindest in den meisten Fällen. Dabei hatte ich früher sehr viele Turnschuhe in allen möglichen Ausprägungen und Stilen. Die großflächig gefeierten, mit Weltraumtechnik und Firlefanz verfeinerten Modelle der Gegenwart finde ich nicht nur überaus unansehnlich, sie sind halt auch eher etwas für Menschen mit zu engen Hosen und zu großen T-Shirts. Hin und wieder gibt es auch heute ein schönes Paar Turnschuhe, in den seltensten Fällen fühle ich mich dann aber auch hingerissen genug, um diese zu kaufen. Tatsächlich funktionieren in diesem Bereich am ehesten noch die guten alten Chucks für mich, bevorzugt in Weiß. Ein Paar adidas Tennisschuhe gehören ebenfalls zur aktuellen Rotation und danach wird es schon dünn mit gefälligen Sneakern. Abgesehen von jenen, die ich seit Jahren besitze.

Daneben stehen verschiedene Paar Boots, die dank der kommenden kalten Jahreszeiten in Kürze wieder viel intensiver getragen werden können. Die einen abgerockt und mit einer Menge Geschichten, andere hochglänzend poliert; allesamt bequem und cool zugleich. Aber eine leichte Leinen- oder Baumwollhose und schwere Red Wings wollen einfach nicht so Recht zueinanderpassen. Und genau das ist das Problem, mit dem ich mich schon länger herumschlage. Was trägt Mann am Fuß, wenn man eher casual gekleidet ist?

Ich mag Schnürschuhe sehr gern. Viel zu oft sind diese aber entweder sehr schmal und damit eine Spur zu elegant geschnitten. Oder die Hersteller flippen mit den Details oder den Farben komplett aus, dann entstehen fragwürdige Kreationen, die man auch eigentlich niemandem anbieten möchte. Oder gucke ich nur an den verkehrten Stellen? Es gibt Marken, bei denen ich sofort schwach werden könnte, zum Glück hält mich mein Kontostand regelmäßig davon ab. Denn die Schuhe, die ich sofort tragen würde, kosten oftmals wirklich unverschämt viel Geld. Immerhin sind die handgefertigt und für ein ganzes Leben gemacht. Aber das ändert ja auch nichts am Kontostand.

Tatsächlich kann ich hier also gar nicht mit einem wirklichen Ratschlag glänzen. Ich kann keinen Tipp oder eine hilfreiche Anregung geben. Ich stehe vielmehr fragend im Raum und wüsste wirklich gern, wie andere sich diesem Problem stellen. Hätte ich geahnt, dass ich irgendwann aus meinen eigenen Schuhen herauswachse, hätte ich schon viel eher damit angefangen mir einen Plan B auszudenken. Und eigentlich bräuchte ich jetzt mal hilfreiche Tipps.

Text: K. v. Heldth
Foto: Tim Adler für Heldth