Das sind die fünf besten Fluchtwagen mit Stil

Zu jedem großen oder kleinen Coup gehört auch immer der richtige Fluchtwagen, das wussten bereits Bonnie Elizabeth Parker und Clyde Champion Barrow. Das Duo entkam seinen Widersachern regelmäßig mit einem 1932er Ford V8 – damals eines der schnellsten Serienfahrzeuge. Aber auch in fiktiven Geschichten, insbesondere in zahllosen Filmen, spielen Fluchtwagen regelmäßig eine Rolle und dabei wird die Fahrzeugwahl nur selten dem Zufall überlassen. Fast immer sind es überaus potent motorisierte Autos, die ausreichend Platz für Beute und Kompagnons bieten.

Vor allem in Filmen wird die Wahl des Fluchtwagens nur selten dem Zufall überlassen, schließlich soll die Fracht erfolgreich vom Ort des Geschehens in Sicherheit gebracht werden. Da kommt es eben auch auf die richtige Vorbereitung an. Charlie Croker entschied sich für drei Mini Cooper (im Remake dann für MINI Cooper S), um das erbeutete Gold zu transportieren, weil diese klein, wendig und schnell genug für den “Italian Job” sind.  In “Ronin” kommt ein Mercedes-Benz 450 SEL 6.9 als Fluchtwagen zum Einsatz, Robert DeNiro ist eben ein echter Styler. Und auch Jason Statham hat als Transporter eine klare Idee vom perfekten Fahrzeug für fragwürdige Jobs. (Warum auch immer er nach seinem großartigen Start im BMW 7er zum Audi A8 wechselt.) Keek schleppte in Bang Boom Bang mit einem 1,6er Ford Taunus einen massiven Tresor über die Straßen des Ruhrpotts – stilsicher, aber untermotorisiert.

Das Thema Fluchtwagen ist also tatsächlich überaus ergiebig und wir haben uns einmal Gedanken dazu gemacht, welche Wagen sich aktuell denn wohl am besten zu einer erfolgreichen Flucht vor Polizei und/oder fiesen Typen eignen würden. Die Anforderungen für die fünf besten Fluchtwagen waren schnell gefunden.

Ein Kraftprotz mit Stil

Es muss eine Limousine mit ordentlich Power und Klasse sein. Vier Türen sind auf jeden Fall von Nöten, wenn man nicht nur zu zweit auf der Flucht ist. Mit einem Zweiliter Diesel mag man zwar im Alltag ausreichend motorisiert sein, aber wir reden hier von extremen Situationen und mehr Power hat schließlich noch nie in einem Auto geschadet.
Außerdem wollen vier Typen und ihre Beute transportiert werden, ohne dass der Wagen an seine Grenzen stößt. Und Klasse? Nun, die kann man nicht wirklich definieren, den Premium-Herstellern kann man guten Stil und hohe Qualität aber nahezu blind attestieren und damit haben wir doch immerhin die richtige Richtung eingeschlagen.


Das Coupé, das keins ist

Ein Coupé ist, zumindest nach klassischer Definition, ein geschlossener, zweitüriger Wagen mit einem sportlich eleganten Erscheinungsbild. Das hielt die Automobilindustrie Anfang der 2000er jedoch nicht davon ab, Limousinen mit Fließheck als viertürige Coupés zu bezeichnen. Der Audi RS7 ist also, wie seine Wettbewerber in diesem Segment auch, per Definition eine Limousine, dieser Punkt ist also schon mal erfüllt. Dank des Allradantriebs quattro bekommt der Audi jede seiner 560 Pferdestärken auch in extremen Situationen auf den Asphalt. Man weiß schließlich nie so genau, welchen Situationen einen während einer rasanten Flucht so überraschen.

Die aktuelle Generation des Audi A7 gibt es bisher noch nicht als RS-Modell, aber zur Not kann man ja auch mit einem Gebrauchtwagen arbeiten. Hauptsache der Motor läuft schon, während alle in den Wagen springen.


Die nackten Zahlen (Baureihe C7)
4,0 Liter V8 mit Bi-Turbo, 560 PS, 700 Nm Drehmoment, 3,9 Sekunden von 0 auf 100, Vmax: 250 km/h

Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert): 9,8 Liter, CO₂-Emission: 229 g/km, Abgasnorm: Euro 6


Das bayerische Biest

Der erste BMW M5 wurde 1985 vorgestellt, seither setzt die muskelbepackte Mittelklasse-Limousine Maßstäbe. Mit der aktuellen Generation des M5 kommt erstmals Allradantrieb bei diesem Modell zum Einsatz, bis dahin wurde die brutale Kraft immer nur auf die Hinterachse übertragen. Das (gewohnt) gute Zusammenspiel aus brachialer Leistung, perfekt konzipiertem Fahrwerk und hervorragendem Reisekomfort macht den BMW M5 zum überzeugenden Fluchtwagen.

Wie alle anderen Wagen in dieser Runde ist das bayerische Biest gnadenlos übermotorisiert und weit mehr als eine normale Limousine für müde Businessmenschen. Der Tritt aufs Gaspedal ist ein Tritt in den eigenen Brustkorb und willkürlich klammert man sich ans Lenkrad, während der V8 unter der Motorhaube wütet. Für einen adäquaten Fluchtwagen sollte man sicher aber lieber gegen das wunderschöne Marina Bay Blau entscheiden, Unauffälligkeit ist Trumpf.


Die nackten Zahlen (Baureihe F90)
4,4 Liter V8 mit Bi-Turbo, 600 PS, 750 Nm Drehmoment, 3,4 Sekunden von 0 auf 100, Vmax: 305 km/h (optional)

Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert): 10,5 Liter, CO₂-Emission: 241 g/km, Abgasnorm: Euro 6


Immer bereit zum Sprung

Britische Wagen gelten unglücklicherweise nicht als zuverlässige Forbewegungsmittel, jedoch glänzen sie in Sachen Stil und Klasse. Die aktuelle Jaguar Modelle haben längst bewiesen, dass die Legende von der Unzuverlässigkeit ad acta gelegt werden kann. Wie es aber nun einmal mit solchen Klischees ist, man wird sie nicht so einfach wieder los.

Der Jaguar XJR575 glänzt in dieser Gruppe nicht nur mit dem größten Hubraum, er überzeugt auch mit allen anderen Werten. Das aggressive Styling passt perfekt zur gebotenen Performance und trotz all dem reist man noch immer aristokratisch mit einem Jag. Auch hier wird die schiere Kraft mittels Allradantrieb auf die Straße gebracht, eine erfolgreiche Flucht endet schließlich nicht mit dem Verlust der Kontrolle über den Wagen und einem daraus resultierenden Crash.


Die nackten Zahlen (Baureihe X351)
5,0 Liter V8, Kompressor, 575 PS, 700 Nm Drehmoment, 4,4 Sekunden von 0 auf 100, Vmax: 300 km/h

Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert): 11,1 Liter, CO₂-Emission: 264 g/km, Abgasnorm: Euro 6






Der vornehme Kraftprotz

Die S-Klasse gibt es bereits in der 10. Generation und es gibt kaum einen anderen Wagen, der so ikonisch für Komfort und Qualität steht. Auf den ersten Blick scheint die S-Klasse fast ein wenig zu gediegen für die Aufgabe als Fluchtwagen, aber das täuscht.

Die S-Klasse wusste schon immer auch mit dezenter Kraft zu glänzen, seit es die AMG Versionen der Oberklasse-Limousine gibt, gehört auch Performance zu ihren Tugenden. Das imposante Zusammenspiel aus herausragendem Fahrkomfort, präziser Fahrzeugreaktionen und zu Tränen rührender Leistung ist perfekt für einen Fluchtwagen. Während man mit Höchstgeschwindigkeit um enge Kurven manövriert, sorgen die Massagesitze für das richtige Maß an Entspannung. Traumhaft.


Die nackten Zahlen (Baureihe W222)
5,5 Liter V8 mit Bi-Turbo, 585 PS, 900 Nm Drehmoment, 4,0 Sekunden von 0 auf 100, Vmax: 300 km/h

Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert): 10,3 Liter, CO₂-Emission: 242 g/km, Abgasnorm: Euro 6


Die Limousine, die keine ist

Wenn irgendein Autohersteller das verbriefte Recht hätte, einen Wagen als viertüriges Coupé anzupreisen, dann wäre es wohl Porsche. Die Zuffenhausener nennen ihren Panamera allerdings viel lieber einen Sportwagen mit vier Sitzen und damit haben sie absolut Recht. Die Oberklasse-Limousine gibt es seit 2009 und auch ohne jede zusätzliche Information erkennt man ihre Herkunft sofort.

Mit seinen vier Türen, dem bärenstarken Motor und den beeindruckenden Fahrleistungen passt der Porsche Panamera Turbo absolut perfekt in die Anforderungen für einen adäquaten Fluchtwagen. Der größte Kritikpunkt am Panamera für diese Aufgabe ist wohl, dass er sich zu keinem Zeitpunkt dezent und unauffällig gibt. Wenn man die Polizei oder schwer bewaffnete Widersacher im Nacken hat, macht es das nicht gerade einfacher.


Die nackten Zahlen (Baureihe 971)
4,0 Liter V8 mit Bi-Turbo, 550 PS, 770 Nm Drehmoment, 3,6 Sekunden von 0 auf 100, Vmax: 306 km/h

Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert): 9,4 Liter, CO₂-Emission: 214 g/km, Abgasnorm: Euro 6


Der irrwitzige Joker

Es wird die Zeit kommen, in der Fluchtwagen nicht mehr von mächtigen Verbrennungsmotoren angetrieben werden. Auch wenn sich die Automobilindustrie aktuell noch etwas unvorbereitet zeigt, die Entwicklung ist nicht mehr wegzudiskutieren. Elon Musk hat mit Tesla bereits bewiesen, dass Elektroautos in näherer Zukunft die Führung übernehmen werden und – das ist mindestens genau so wichtig – dass sie dabei keine vitaminarm wirkenden Ökokisten sein müssen.

P100D – hinter diesem Code versteckt sich das leistungsstärkste Tesla Model S. Der Ludicrous Mode macht beinahe atemlos. Irrwitzig stürmt das Model S dann nach vorn und brennt dabei eine 0 auf 100 Zeit in den Asphalt, die kein aktuelles Lamborghini Modell schlagen kann. Der technische Stand des Fast-Charging und der Batteriekapazitäten ist jedoch noch immer nicht auf dem Stand der Dinge, dass die Verfolgungsjagd wahnsinnig lange dauern sollte. Dafür kann man aber beinahe lautlos an Straßensperren vorbei rollen. Die Zukunft kommt näher.

Die nackten Zahlen (Baureihe P100D)
Drehstrom-Asynchron, 700 PS, 1.000 Nm Drehmoment, 2,7 Sekunden von 0 auf 100, Vmax: 250 km/h

Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert): 20 kW/h, CO₂-Emission: haha, Abgasnorm: bitte was?

Das (beinahe) unumstößliche Fazit

Und welcher der sechs Wagen ist nun die beste Wahl als Fluchtwagen? Alle und keiner! Wie eingangs geschrieben, gibt es Geschichten, bei denen ein kräftiger Kleinwagen die beste Wahl ist, für den nächsten Coup muss es eher ein Lieferwagen sein und beim dritten krummen Ding ist eben eine gnadenlos übermotorisierte Limousine mit beeindruckendem Reisekomfort notwendig. Wie im echten Leben ist die Wahl des passenden Wagens von den eigenen Prämissen abhängig und fast tut es uns leid, dass wir hier keine glaubhafte Hilfestellung für den weltbesten aller Fluchtwagen geben können.

Ohne Blaulicht und Kugelhagel im Nacken macht Autofahren sowieso viel mehr Spaß und Spaß ist nun einmal das, was im Vordergrund stehen sollte. Wenn Sie Empfehlungen und Tipps für den ultimativen Fluchtwagen haben, dann immer her damit. Vielleicht brauchen wir diese Info ja doch noch mal irgendwann. Man kann ja nie wissen.

Fotos: Audi, BMW, Jaguar, Mercedes-Benz, Porsche, Tesla


Selbstverständlich ist dieser Artikel keine Aufforderung zu Straftaten jedweder Art und er soll auch nicht dazu inspirieren. Als verantwortungsvolle Leser mit Grips wissen Sie das aber natürlich selbst.