Heldth-Premiere – Wir sind den nagelneuen Jaguar I-PACE gefahren

Am 1. März hat Jaguar den I-PACE vorgestellt, ein SUV, dass es ausschließlich mit Elektroantrieb gibt und das nicht auf einem anderen Modell basiert. Natürlich kann man den Wagen beim Händler bereits bestellen, aber auf den Straßen dürfte der Jaguar I-PACE noch eine ganze Weile nicht zu sehen sein. Wir durften in Genf hinter dem Lenkrad Platz nehmen und das Performance-SUV über einen Handling-Kurs scheuchen. Und so fährt sich der I-PACE:

Mit 400 PS Systemleistung und einem Drehmoment von 696 Nm Drehmoment ist der vollelektrische I-PACE wahrlich keine Spaßbremse. Wie gut sich der Wagen aber wirklich anfühlt, ist gar nicht so einfach in Worte zu fassen.

Der große Asphaltplatz hinter dem Genfer Flughafen ist umsäumt von zusammengeschobenem Schnee. In der Mitte stehen, scheinbar wild verteilt, Smart-Cones, Verkehrshütchen, die mit LEDs auf den Spitzen versehen sind. Blinkt ein Paar der Smart-Cones grün, muss man hindurch fahren. Der Computer bestimmt dann automatisch das nächste zu durchfahrende Pärchen, so entsteht ein spannender Parcours, der schnelle Lastwechsel, harte Bremsmanöver und rasante Beschleunigungen möglich macht. Es dauert keine fünf Minuten, bis das Spektakel vorbei ist und der nächste Kandidat in einen der vier Wagen steigen darf, um die gleiche Erfahrung zu machen.

Das wunderbare Sonnenlicht setzt das elektrische SUV perfekt in Szene. Seine scharfen Kanten und sinnlichen Kurven sehen umwerfend aus, das hat der I-PACE mit allen Jaguar Modellen der letzten Jahre also schon mal gemein. Der Unterschied zwischen dem Concept Car und der Serienversion ist winzig, im Grunde hat das Jaguar das spektakuläre Design 1:1 übernommen. Über die riesigen Alufelgen spannen sich breite Reifen, dabei wollte uns die Automobil-Industrie doch beibringen, dass schmale Reifen bei E-Autos besser sind. Wer schon mal mit einem 400 PS Boliden unterwegs war, ist froh über jeden zusätzlichen Zentimeter Reifenbreite. Schließlich ist das die einzige Fläche, die Wagen und Fahrbahn verbindet. Hier unterstreicht der I-PACE bereits seinen Performance-Anspruch. Ein weiteres Detail fällt sofort ins Auge, die Motorhaube ist sehr viel kürzer, als man es von Jaguar gewohnt ist. Dadurch gewinnt der Innenraum allerdings ordentlich an Größe, die Elektromotoren brauchen einfach nicht so viel Platz wie ein Verbrenner.

Das Innere des I-PACE fällt überaus großzügig aus. Der Radstand von fast drei Metern macht es möglich, dass der Begriff Raumgefühl bei diesem Auto tatsächlich mit Leben gefüllt wird. Zahllose Designdetails des Konzeptfahrzeugs finden sich wieder und – ganz einem Jaguar entsprechen – alles wirkt wertig und edel. Zwei riesige Touchscreens beherbergen alle wichtigen Funktionen und Anzeigen, es macht großen Spaß sich im Inneren des SUVs zu bewegen. Das Fahrprofil verbleibt im Comfort-Modus, die Rekuperation wird auf maximale Effizienz gestellt, kurz noch das griffige Lederlenkrad und den Sitz so einstellen, dass einer möglichst dynamischen Testfahrt nichts im Weg steht und schon geht es los.

Das wütende Fauchen der britischen Raubkatze gehört nicht zum Startritual, dafür hat ein E-Auto aber eine ganz andere Besonderheit zu bieten – die volle Leistung von 400 PS und 696 Nm liegt sofort an. Dementsprechend wird man in das weiche Leder gedrückt, wenn man den Fuß schwer aufs Gaspedal fallen lässt. Wir schießen auf das erste grün blinkende Tor aus Smart-Cones zu, kurz den Fuß vom Gas und die Motorbremse nimmt bereits ausreichend Fahrt aus der Fuhre um sportlich einzulenken und um Gnade winselnden Reifen hindurch zu fahren. Das ist der Comfort-Mode? Wirklich? Was zur Hölle ist dann wohl erst im Perfomance Modus möglich?

Die mehr als zwei Tonnen Gewicht merkt man dem I-PACE nicht an. Dank der tief verbauten Lithium-Ionen-Batterien und wegen des Allradantriebs, der durch die zwei Elektromotoren entsteht, klebt der Wagen förmlich auf dem kalten Asphalt. Ein angenehmes Motorgrollen begleitet die wilde Hatz durch die Tore. Hä? Seit wann machen Elektroautos solche Geräusche? Nun, den Punkt hat sich Jaguar nicht nehmen lassen. Auf Wunsch kann man einen Soundgenerator zuschalten, der sportliche Fahrten entsprechend intoniert. Das hört man nur im Innenraum und es ist eine wirklich angenehme Untermalung solcher Ausflüge in sportliches Fahren, denn so bekommt man als Fahrer akustisches Feedback. Eines Tages wird das sicher nicht mehr notwendig sein, solange wir aber noch aus der Welt der Verbrennungsmotoren kommen, hilft das durchaus ein wenig.

Bitte mehr davon

Die Spitzen der Smart-Cones blinken rot auf. Die Runde auf dem Testgelände ist vorbei und diese kurze Erfahrung macht großen Appetit. Appetit auf ernstzunehmende Zeit im Jaguar I-PACE, die man im Comfort-Mode über Landstraßen cruisend verbringen möchte, um den Fahrkomfort zu genießen und die vielen Connectivity Features auszuprobieren. Oder um im Performance Modus durch enge Kurven zu knallen, die brachiale Kraft der zwei Motoren voll auszureizen und die Reifen dabei auf ihr nahendes Ende vorzubereiten. Oder um einfach ein bisschen in dem herrlichen Innenraum zu sitzen und zu spüren, dass man in der Zukunft angekommen ist.

Der Jaguar I-PACE ist ein großartiges Auto geworden und er ist der Vorbote einer neuen Generation britischer Premiumfahrzeuge, eine Generation auf die wir uns alle wirklich freuen können.

Mehr Infos bei Jaguar

Fotos: Jaguar
GIF: Heldth


Jaguar hat uns nach Genf eingeladen, um der ersten Runde im I-PACE beizuwohnen und selbstverständlich die Reisekosten dafür übernommen.

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